Kopfschmerzzentrum

Das Gewitter im Gehirn

Es beginnt ganz harmlos - anfangs ist es nur ein leichtes Ziehen an der Schläfe oder an der Stirn. Dann kommt ein Flimmern vor den Augen, aufsteigende Übelkeit und Appetitlosigkeit dazu. Ein Gefühl als ob viele kleine Handwerker im Kopf mit elektrisierendem, klopfendem, bohrendem und pulsierendem Lärm ohne Pause loslegen, als ob der Schädel in tausend Teile zerspringt. Jeder Augenaufschlag verursacht Höllenschmerzen. Viele Menschen kennen diese Symptome, die Symptome einer Migräne.

Die internationale Kopfschmerzgesellschaft verzeichnet über 250 verschiedene Kopfschmerzarten. Die Migräne ist wohl am bekanntesten. Am häufigsten jedoch ist der Spannungskopfschmerz. 94 Prozent der Deutschen leiden einmal oder mehrmals in ihrem Leben unter dieser Art des Kopfschmerzes. Auch Kopfschmerzen, die durch einen Medikamentenübergebrauch ausgelöst werden, finden sich oft in unserer Gesellschaft. Seltener aber wohl umso schmerzhafter ist der Clusterkopfschmerz. Bei 0,2 Prozent der Bevölkerung tritt diese Kopfschmerzart auf. Laut einer Studie sind Kopfschmerzen einer der häufigsten Gründe für Krankschreibungen im Job. Pro Jahr verzeichnen deutsche Arbeitgeber rund 1 Million Fehltage durch Kopfschmerzen oder Migräne.

 

Bei akut erstmalig auftretenden Kopfschmerzen ist eine sofortige akut-neurologische Diagnostik erforderlich. Dem zufolge können diese Patienten in der Akut-Neurologie der Fachklinik Ichenhausen aufgenommen werden. Zur Behandlung chronischer Kopfschmerzen ist die Aufnahme in das Schmerzzentrum unter der Leitung von Chefarzt Dr. Günter Baumgärtner vorgesehen. Der Mediziner will den Patienten beim Kampf gegen ihre Schmerzen helfen.

Ein schmerztherapeutisch geschultes, interdisziplinäres Spezialisten-Team aus Orthopäden, Neurologen, Psychologen und Physiotherapeuten bietet ein abgestimmtes Behandlungsprogramm bei chronischen Kopfschmerzen an. In diesem sollen Patienten den sinnvollen Einsatz von Medikamenten lernen, die Experten geben ihnen Tipps zur individuellen Verhaltensänderungen, zeigen ihnen auf, dass regelmäßiger Ausdauersport gegen chronische Kopfschmerzen helfen kann und schaffen die Möglichkeit, dass sich die Patienten mit anderen Betroffenen in entsprechenden Gruppen austauschen können.

"Lebensveränderungen und Achtsamkeit ist der Schlüssel für ein Leben mit weniger Kopfschmerzen", betont Dr. Baumgärtner.

Prinzipiell sollte für die Behandlung der Kopfschmerzen in 3 Verlaufsformen unterschieden werden.

1. Ein erstmalig aufgetretener akuter Kopfschmerz (z. B. SAB, erstmalige Migräne, erstmaliger Spannungskopfschmerz)

2. Ein akut aufgetretener Schmerz bei bekannten chronischen Kopfschmerzen (z. B. Migräneattacke, Cluster-Kopfschmerz)

3. Chronische Kopfschmerzerkrankungen
    Hierbei ist zu unterscheiden, dass die ersten beiden Formen einer sofortigen akut-neurologischen Diagnostik und Behandlung
    bedürfen und demzufolge in der Akut-Neurologie aufgenommen werden müssen. Chronische Kopfschmerzerkrankungen 
    stellen die klassische Indikation für die Schmerztherapie dar.

 

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